Hörbuch: Der Greif


Das ist meine erste Begegnung mit Hohlbein und sie verlief etwas unglücklich, denn dieses Hörbuch kann nur für die Menschen ein Vergnügen sein, welche irgendwann zuvor das Buch gelesen haben.

Handwerklich gut gemacht, gute Sprecher, spannungshebende Geräusche untergemischt, alles wie es sein soll, aber es fehlt der führende Erzähler. Wir erleben nur Dialoge, so dass uns die Beschreibung der Welten, in denen das Stück spielt fehlt. Ein arger Mangel, wenn sich der Hörer zwischen fantastischer und realer Welt bewegen soll und es mit diversen Fantasiegestalten zu tun bekommt.

Manfred Kyber übe die Magie des Mittelalters und …


Magie des Mittelalters und der niederen Völkerschaften

Vortrag aus der Reihe „Einführung in die Gebiete des  Okkultismus“ von Manfred Kyber
Nachdem ich Ihnen, wenn auch nur im Rahmen einer gewissen Gesinnung und mit den Mitteln einer vorerst noch ungewohnten Denkweise, einen flüchtigen Begriff von der Einweihung und der höheren Esoterik gegeben habe, möchte ich heute nun wieder realeres Gebiet im Sinne der heutigen Wissenschaft betreten und Sie bekannt machen mit der sogenannten niederen Magie, zu der der größte Teil dessen gehört, was sich heute mit den Forschungen moderner Gelehrter berührt. Niedere Magie ist nicht nur retrospektiv von Interesse, nicht nur als ein Rückblick auf das Mittelalter oder ähnliche Erscheinungen des Altertums, nicht nur ein Gebiet, das wir bei niederen Völkerschaften der Gegenwart einer Untersuchung für wert halten, sondern niedere Magie spielt auch im heutigen Leben des Europäers, und mag er noch so aufgeklärt und gebildet sein, eine größere Rolle, als man anzunehmen gewohnt ist. Sie ist, leider, auch heute von wesentlicher praktischer Bedeutung, und man sollte schon etwas kennen, was in so vielen, allzuoft übersehenen Fäden in das tägliche Leben mehr oder weniger unheilvoll hineinspielt.

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für die Woche 04/2009 erzählt


Friedrich Hebbel

Der Rubin

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Es war an einem schönen, hellen Nachmittag, da stand Assad, ein junger Türke, der vor wenigen Tagen zum ersten Male die unermeßliche Stadt Bagdad betreten hatte und sich nun mit stets gesteigertem Erstaunen unter all ihren Wundern erging, vor der Bude des reichsten und angesehensten Juweliers. Mit inniger Lust versenkte er sich in das mannigfaltige glühende Leben, das, in Strahlen und Farben sich offenbarend, die edlen Gesteine durchflammt. »Oh, Edelstein,« rief er voll Entzücken aus, »wohl mit Recht bist du erkoren, die Kronen der Könige zu schmücken, denn in dir ist alles Herrliche zugleich zusammengedrängt und geläutert, der flüchtige Sonnenstrahl ist gefangengenommen und in deinen geheimnisvollen Kern eingeschlossen; die schnell verlöschende Farbe feiert in dir ihre Verklärung und empfängt Unsterblichkeit, die reinen himmlischen Elemente, Luft, Feuer und Wasser vermählen sich in deinem Glanze! Hier steh‘ ich an der Grenze der Natur, hier ist das letzte, höchste Produkt der schaffenden Kräfte, weiter – schauernd fühlt es der Geist – kann die Unendlichkeit selbst nicht.«

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