Pablo Casals „EL PESSEBRE“ (Die Krippe)


Heute ist der 6. Januar, „Heilige drei Könige“ steht in etlichen Kalendern eingedruckt. Für mich ein schöner Aufhänger, doch noch über ein Weihnachtsgeschenk, dass ich noch vor Heiligabend von einer ganz lieben Kollegin erhalten habe, zu berichten.
Sie lud mich zu einer Vorstellung am 21. 12.2008 im Konzerthaus Berlin ein. Dort hörten wir von Pablo Casals das EL PRESSEBRE, die Krippe.

Für die, die sowas interessiert:
Mitwirkende waren Katharina Müller (Sopran), Annerose Hummel (Alt), Ralph Eschring (Tenor), Matthias Weichert (Bariton) und Christof Fischesser (Bass); Kammersymphonie Berlin; Chor und Jugendkantorei der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin; Knaben-und Männerchor der St.-Hedwigs-Kathedrale Berlin und der Karl-Forster-Chor Berlin, die Leitung hatte Harald Schmidt

Ich muss gestehen, der Name Pablo Casals sagte mir nichts und ich ging mit freudiger Spannung in dieses Konzert. Ich liebe Chorgesang, entdecke gern mir unbekannte Komponisten und… ich wurde nicht enttäuscht.
Mein Eindruck beim Hören des Werkes : gefällige einfache Melodien, oft volkstanzhaft, schöne Texte, jedoch wird die Musik atonal, wenn ein Engel zum Vorboten der Apokaypse wird, was sich dann aber wieder in gefälliger Harmonie auflöst.
Ich glaube, stimmlich verlangt das Stück den Sängern sehr viel ab, da die Solisten manchmal gegen die geballte Macht des Orchesters ansingen müssen. Ich weiß nun nicht, ob das im Rang wegen der aufsteigenden Töne besser angekommen ist als im Parkett, der Tonbrei hat mich auch nicht gestört, ich fand es nur Schade um die schönen Stimmen. (Schlagartig wurde mir bewußt, was ich an Wagneropern so mag, man hört die Wertschätzung des Komponisten für die Interpreten .)

Wie so oft, habe ich auch in Casals „EL PESSEBRE“ Lieblingsstücke gefunden. Wirklich wunderwunderschön schien mir im ersten Teil „Der Stern“, ein Stück für Chor und Sopran und den Teil II, Die Karawane der Weisen aus dem Morgenland. Die Musik lässt das Bild einer Kamelkarawane entstehen, in einem Scherzo beklagen sich drei Pagen, weil sie zu Fuß gehen müssen und gar nicht wissen, wozu dieser beschwerliche Marsch und zu Hause war es sooo schön…

auch die erschöpften Kamele klagen:

Chor der Kamele

Her von Osten fern
führet uns ein Stern.
Ans Ziel er uns leite!
Langsam wir zieh
quer durch Steppen hin,
durch einsame Weite.

Erst die Sonne brannt,
dann war Frost im Land.
Wir sind halb erfroren!
Kaum sind wir noch wach!
Unsre Knie sind schwach.
Wir sind bald verloren!

Hang auf und Hang ab,
ohne Rast im Trab!
Oh, nähm´ dies ein Ende!
Nichts bleibt uns erspart!
Unser Los ist hart,
der Weg durch die Fremde!

dann lösen die Drei-Könige mit dem Chor der drei Weisen aus dem Morgenland die Frage nach dem Grund der Strapazen auf.

Sehr liebenswert auch im dritten Teil „Die Krippe“

Der Esel im Stall und Der Ochse im Stall, beide Tiere haben auch ein Lied bekommen in denen, was ich besonders nett fand, der Esel das Jesus-Kind mit Füllen und der Ochse das Jesus-Kind mit Kälbchen benennt.

Wem sich die Gelegenheit ergibt, in der Adventszeit Pablo Casals „EL PESSEBRE“ (Die Krippe) zu hören, der sollte die Möglichkeit annehmen. Es ist wohl tönend, heiter und nachdenklich, einfach und doch anspruchsvoll und frei von Weihnachtskitsch. Es ist ein Erlebnis


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