Gedicht der Woche 48


Im Wald der Boden von kalten Blättern

Max Dauthendey (1867-1918)


Im Wald der Boden von kalten Blättern

Ist voll Geschichten von alten Jahren.

Sie liegen im Waldbuch wie bronzene Lettern

Und reden wie Menschen mit greisen Haaren.

Sind Hände, die mitten im Sommer frieren,

Sind Tote auf blumenbekränzten Bahren,

Sind Worte, die sich im Winde verlieren;

Sind Schmetterlinge, gestorben in Scharen,

Verliebte Gedanken, die gingen und waren.

Spätherbst

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