Die Brücke


spreepromenade

Die Brücke

Vogelzwitschern überall
Der Wind trägt süßen Duft
Weht Blütenblätter in mein Haar
Blauweiße Blumen stehen im Gras
und Bäume zeigen frisches Grün
Ein großes Fest des Lebens

Kein Platz da für meine Trauer
Kein Platz da für mich

Vor mir auf der Brücke gehn
Bunt gekleidet junge Frauen
Die Röcke wippen bei jedem Schritt
Sie scherzen und lachen miteinander
wie Hiebe trifft mich das Lachen
ich fühl mich hier so fehl

Kein Platz da für meine Trauer
Kein Platz da für mich

Ich trete ans Brückengeländer
Blick in den dunklen Fluss
In dem langsam gleitenden Wasser
In der tiefen Tiefe unten am Grund
Ahn ich den Ort meiner Sehnsucht
Dort zieht es mich hin

Da ist ein Platz für meine Trauer
Da ein der Platz für mich

Ein kleines Kind tritt an das Geländer
Hat zerzaustes lockiges Haar
Tränen des letzten Kummers im Auge
Und lächelt mich an
Ich lächle  zurück
Und beende für heute die Suche

Nach dem Platz für meine Trauer
Nach dem Platz für mich


2 Kommentare zu „Die Brücke

  1. Unbedingt ist es das!
    Das sind aber die Gefühle einer Trauernden gewesen, die in dieser fröhlichen Frühlingswelt ihren Platz nicht finden konnte und… da der Todesfall schon 6 Monate vergangen, sich gefälligst wieder finden sollte, weil das Leben so schön ist.
    Das Gedicht heißt ja auch „Die Brücke“ weil es irgendwann wieder einen Weg hinüber ins schöne Lebensgefühl gibt, und wenn es ein kleines Kind ist, dass einen verweint lächelnd hinüberlockt.

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