Gedicht der Woche 45


Regen in der Dämmerung

Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929)

Der wandernde Wind auf den Wegen
War angefüllt mit süßem Laut,
Der dämmernde rieselnde Regen
War mit Verlangen feucht betaut.

Das rinnende rauschende Wasser
Berauschte verwirrend die Stimmen
Der Träume, die blasser und blasser
Im schwebenden Nebel verschwimmen.

Der Wind in den wehenden Weiden,
Am Wasser der wandernde Wind
Berauschte die sehnenden Leiden,
Die in der Dämmerung sind.

Der Weg im dämmernden Wehen,
Er führte zu keinem Ziel,
Doch war er gut zu gehen
Im Regen, der rieselnd fiel.

alles-091


Ein Kommentar zu „Gedicht der Woche 45

  1. Ich liebe dieses Gedicht, bedient es doch meine Vorliebe zu gleichen Anlauten, ohne aufgesetzt zu wirken und weil es Erhabenheit fühlen lässt.

    Der Wind in den wehenden Weiden,Am Wasser der wandernde Wind
    Im Regen, der rieselnd fiel … das ist groß und doch ohne Pathos, das ist schön !

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