Die Wetterprognosen des Volksmundes werden Bauernregeln genannt.
Es gibt sie oft in gereimter Form, aber auch als ungereimten Spruch. Entweder gründen sie auf lokale Witterungserscheinungen oder sie sind aus der Antike übernommenes Traditionsgut , das durch Mönche in Deutschland verbreitet wurde, weil zu den Tätigkeiten der Mönche die Feld- und Gartenbaukultur gehörte und somit das Wetter wichtig für sie war.
Die astrologischen Bauernregeln sind antike Einflüsse , die teils in Folge der Christianisierung der Germanen, teils mit dem Einzug der Astrologie im 11./12. Jh. in Deutschland Eingang fanden.
Es gibt also eine Gruppe von meist astrologisch beeinflussten Regeln, die auf meteorologische Beobachtungen des Altertums fußen und eine Gruppe, die aus der naiven Naturbeobachtung der deutschen Landbevölkerung hervorging und in der manchmal noch Reste deutscher Mythologie stecken.

Einen besonderen Einfluss wird der den
Georgica von Vergil
nachgesagt.
Die nachweislich ältesten deutschen Sammlungen sind die
Bauernpraktik von 1508
und
Reynmanns Wetterbüchlein von 1510.
Winddeutungen als Grundlage für eine Wetterprognose wird zum Beispiel auf antike Einflüsse zurückgeführt, den schon das Altertum kennt Weissagungen aus den am Anfang des Zeitabschnittes wehenden Winden.
“Wie der Wind am 3., besonders aber am 4. und 5. Tage nach dem Neumond ist, so weht er den ganzen Monat hindurch.”
Deutsche Beobachtung sind Regeln wie:
„Wind vom Niedergang ist Regens Aufgang; Wind vom Aufgang, schönen Wetters Anfang” oder
„Großer Wind ist selten ohne Regen.
„Wenn es im Westen blitzt, so blitzt es nicht um Nichts;
wenn es im Norden blitzt, ist es ein Zeichen von Hitz.”
Ernteweissagungen nach der Witterung bestimmter Monate und Tage gehören zu den lokalen Beobachtungen:
„März trocken, April nass, Mai lustig von beiden was, bringt Korn in’ Sack und Wein ins Fass.”
„Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun und Fass.“
„Der Mai kühl, der Brachmonat nicht nass, füllt dem Landmann Speicher, Keller, Kasten und Fass.”
Auch bestimmte Kalendertage sind ausschlagebend, zum Beispiel die Tage von Weihnachten bis Epiphanias, die sog. Zwölften, auch Rauhnächte genannt.
Der Brauch, aus der Witterung dieser Nächte die Witterung der Monate des kommenden Jahres zu erforschen, ist über ganz Europa verbreitet; in Deutschland findet er seit 1468 Erwähnung.
Für die Rauhnächte gibt es einige Bauernregeln, hier ein paar Beispiele:
„Wie sich die Witterung vom Christtag bis hl. Dreikönig verhält, so ist das ganze Jahr bestellt” (Eifel).
Ich fand auch Regeln, die sich an den Sonnenschein an bestimmten Raunnachtstagen festmachten:
Dem Sonnenschein wurde zeichenhafte Bedeutung zugedacht. Angeblich bedeutet Sonnenschein am :
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1. Lostag (25. 12.): Es wird ein glückliches, neues Jahr werden.
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2. Lostag (26. 12.): Teuerung steht an.
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3. Lostag (27. 12.): Streitigkeiten kommen auf.
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4. Lostag (28. 12.): Fieberträume werden Familienmitglieder plagen.
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5. Lostag (29. 12.): Es wird eine gute Obsternte.
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6. Lostag (30. 12.): Auch alle anderen Früchte gedeihen prächtig.
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7. Lostag ( 1. 1.): Die Viehweiden tragen saftige Kräuter.
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8. Lostag ( 2. 1.): Fische und Vögel sind zahlreich.
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9. Lostag ( 3. 1.): Gute Kaufmannsgeschäfte stehen ins Haus.
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10. Lostag ( 4. 1.): Unwetter kommen hernieder.
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11. Lostag ( 5. 1.): Nebeltage treten vermehrt auf.
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12. Lostag ( 6. 1.): Zwist und Hader kommt auf.
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Dann kann man für die, die ernsthaft daran glauben nur hoffen, es scheint ihnen nur zu den netten Prognosen die Sonne und an den Lostagen 2,3,4 und 10,11,12 regnet oder schneit es ohne Unterlass. Alle anderen sagen sich: naja … und beginnen sich daran zu erinnern, wenn Zank im Hause herrscht 
Ist ja irgendwie tröstlich, nichts dafür zu können…
Aber auch andere kirchliche Feiertage werden zur Wettervorhersage herangezogen, besonders hervorzuheben:
Lichtmess (2. 2.), Siebenschläfer (27. 6.), Maria Heimsuchung (2.7.), Elias (20.7.), Lorenz (10. 8.), Bartholomäus (24.8.), Ägidius (1. 9.), Michaelis (29.9.), Lukas (18. 10.), Allerheiligen (1. 11.), Martini (11. 11.), Nikolaus (06.12.) Weihnachten (25. 12.).
“Wenn an Lichtmess die Sonne scheint, dauert der Winter noch lang”.
„Nach Pankraz und Servaz schaden die Nachtfröste den Früchten nicht mehr”.
„Wenn es am Tage der Siebenschläfer regnet, so hat man vier Wochen lang Regen zu erwarten”.
“Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt. “
“Wenns am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.”
“Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.”
“Wie´s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.”
“Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnets ganze sieben Wochen.
Ist der Siebenschläfer nass, regnets ohne Unterlass.”
“Regnets am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.”
“Werden die sieben Schläfer nass, regnets noch lange Fass um Fass.”
“Der Siebenschläferregen, der bringt dem Lande keinen Segen.”
“Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen.”
“Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.”
„Egide Sonnenschein, tritt schöner Herbst ein”
„Regnet es an Nikolaus, / wird der Winter streng, ein Graus.
Trockener St. Nikolaus, / milder Winter rund um’s Haus.“
„St. Nikolaus / spült die Ufer aus.“
„Fließt zu Nikolaus noch Birkensaft, / dann kriegt der Winter keine Kraft.“

Meine liebste “Bauernregel” ist übrigens:
“Kräht der Hahn auf dem Mist,
ändert sich das Wetter,
oder es bleibt, wie es ist. “
Die stimmt nämlich zu 100%