laut und leise literatur lesen

die Rezi-Tante zeigt Erlebtes und Erdichtetes, Geschichten und Geschichte


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Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten heute


VERANSTALTUNGEN IM NOVEMBER IN DER VILLA SCHÖNINGEN

Sonntag, 2. November 2014, 19 Uhr

Veranstaltungsreihe 25 Jahre Mauerfall

„Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ von Bettina Buske, Christiane Schlenzig, Inge Wrobel, Silvia Friedrich, Thomas Stefan u.a.

Autorenlesung

Eintritt 6 €

Im Buch „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ sind Geschichten zur Erinnerung an die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze, die das Land von 1961 bis 1989 in zwei feindliche Lager teilten und bis heute tiefe Wunden hinterlassen haben zusammengetragen. Mehr als zwei Dutzend Autoren aus Ost und West haben ihre Erinnerungen, Erlebnisse und Erfahrungen in Geschichten geformt. Die Autoren: Bettina Buske, Christiane Schlenzig, Inge Wrobel, Silvia Friedrich, Thomas Stefan und andere lesen aus dem Buch “Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten”

http://www.villa-schoeningen.org/


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E.T.A. Hoffmann – Des Vetters Eckfenster


Bettina:

E.T.A. Hoffmann steht auf der Liste meiner Lieblingsautoren und diese Erzählung gehört  zusammen mit “Ritter Gluck” mit zu den mir liebsten. Da hole ich den schönen Beitrag doch gleich mal hierher, vielleicht findet der eine oder andere auch Freude an diesem  – in meinen Augen großartigen – Schriftsteller.

Tratschmodus an:
Wilhelm Grimm übrigens, den ich doch auch so schätze, mochte E.T.A. Hoffmann ganz und gar nicht und sagte über ihn: „Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende.“

Ursprünglich veröffentlicht auf tomraider2:

Ein kleines Stück Autobiografie dürfte der Schriftsteller in sein Werk hineingearbeitet haben; so ist sein Protagonist, wie er selbst, schwer von seiner Krankheit (Gicht) gezeichnet und kann nicht mehr selbst gehen.  Und auch Hoffmann lebte in Berlin, mit Blick auf den Gendarmenmarkt. „ Des Vetters Eckfenster“ wurde am 14. April 1822 vollendet. E.T.A Hoffmann starb am 25. Juni des gleichen Jahres.

Als letzte fertiggestellte Erzählung vor dem Tod Hoffmanns, gilt dieses Werk als Übergangstext zwischen den literarischen Epochen der Romantik und des Realismus. Für Hoffmann Erzählung dürfte das am Ende den 18. Jahrhundert von Karl Friedrich Kretschmann herausgegebene Werk „Scarron am Fenster“ als Anregung gedient haben.  In beiden Erzählungen bietet sich den erkrankten, gehbehinderten Hauptdarstellern, das bunte Leben auf dem Markt vor ihren Fenstern dar. Beide nehmen sie Menschen aus dem Gesamtbild heraus um diese charakteristisch zu skizzieren.

Im „Des Vetters Eckfenster“ erhält besucht der Ich-Erzähler seinen an den Rollstuhl gefesselten…

Original ansehen noch 179 Wörter


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Grimms Märchen ohne Worte


Märchenerzähler sind schnell für ein Märchenbuch zu haben, Grimms Märchen ohne Worte vervollständigt nun meine Grimm-Märchenausgaben und hebt sich aus ihnen nicht nur des Formates wegen ab.
So ganz ohne Worte geht es darinnen zwar auch nicht zu – die Märchentitel sind in Buchstaben, aber sonst  –  nur Bilder.
Wobei Bilder ist fast falsch, Piktogramme trifft es eher, aber dann doch nicht ganz. Zu Symbolen stilisierte Bilder in vier Farben – rot, schwarz, weiß und grün erzählen einem, durch Pfeile miteinander verbunden, folgende Grimm-Märchen:

Rotkäppchen
Hänsel und Gretel
Der Froschkönig
Die Bremer Stadtmusikanten
Rumpelstilzchen
Schneewittchen
Daumesdick
Aschenputtel
Hans im Glück
Frau Holle
Der gestiefelte Kater
Das tapfere Schneiderlein
Dornröschen
Rapunzel
Tischlein deck dich
Der Wolf und die sieben Geißlein

Ich hatte nicht gleich einen Jubel in mir, als ich das Buch aufschlug, aber mit jedem Bild wurde es mir lieber. Schon am Ende des ersten Märchens, Rotkäppchen, war ich begeistert.  Schön fand ich beim Betrachten auch, dass das Märchen dann doch einen bisher unbekannten Ausgang hat, so dass neben der anderen Darbietung auch ein etwas anders Märchen geboten wurde. Ich muss sagen, ich liebe dieses Buch mittlerweile. Es ist gar nicht so einfach zu “lesen” wie man auf dem ersten Blick meinen könnte, aber es erzählt so detailreich, dass es eine Freude ist, sich damit ein bisschen Mühe zu geben.

Als mein Mann das Buch zur Hand nahm, um es wegzuräumen, schaute er hinein und konnte dann sein Vorhaben gar nicht mehr umsetzen. Laut lachend musste er das Märchen von Hans im Glück erst einmal “lesen” – er ist genauso begeistert von dem Buch wie ich.


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200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm


Am 20.12.1812 erschien die erste Ausgabe der Märchensammlung der Brüder Grimm. Auf wikipedia findet man mit dem Suchbegriff: Kinder – und Hausmärchen eine gute Aufstellung der wesentlichen Informationen dazu, derer ich mich aus Zeitgründen für diesen Beitrag hier auch überwiegend bediente.

Angeregt wurden die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm zu dieser Sammlung von Clemens Brentano, welcher auf der Suche nach volkstümlichen Liedern für die Sammlung Des Knaben Wunderhorn war. Der Kontakt entstand über  Friedrich Carl von Savigny, Jacob Grimm studierte bei ihm und arbeitete zu dem Zeitpunkt  in der Kasseler Bibliothek. Die Brüder Grimm  begannen ab 1806 , für Brentanos Sammlung Lieder und später auch Märchen aus literarischen Werken herauszusuchen.
Als Vorgabe für die ideale Märchenform, nach der zu suchen ist, nannte Brentano seine Bearbeitung von Von dem Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst und Von dem Tode des Hühnchens, sowie Runges Märchen Vom Fischer und seiner Frau und Vom Wacholderbaum. Er riet ihnen auch, die mündliche Erzähltradition zu erforschen.

Die handschriftliche Urfassung

Jacob Grimm schickte Brentano am 17. Oktober 1810 48 Texte, die dieser aber nicht nutzte. Insgesamt war die Sammlung etwas größer, da er Brentano bereits vorliegende Texte nicht erneut abschrieb. Jacob Grimm hatte die Texte sortiert und 25 selbst niedergeschrieben, Wilhelm 14 und verschiedene Gewährsleute sieben. Von der sogenannten handschriftlichen Urfassung stammten wohl 18 Stück aus literarischen Quellen (einschließlich der 2 Texte Runges), 16 von den Geschwistern Hassenpflug, 14 von Familie Wild, 6 von Friederike Mannel, 2 von der Frau des Marburger Hospitalvogts und 1 von den Geschwistern Ramus. Die mündlich beitrugen, waren durchwegs etwa gleichaltrige junge Frauen aus dem bürgerlichen Milieu, bis auf zwei von der Apothekersfrau Wild nachgewiesene Texte (Strohhalm, Kohle und BohneLäuschen und Flöhchen).

Die Erstauflage

Da Brentano das angeforderte Material nicht nutzte, führten Jacob und Wilhelm Grimm  die Sammlung in eigener Regie weiter, wobei sie Notizen zu Gewährspersonen und Aufnahmedaten nun genauer führten. Die Geschwister Hassenpflug und Wild waren ihre ergiebigsten Quellen. Dem Bild hessischer Volksüberlieferung am nächsten kommt noch der pensionierte Dragonerwachtmeister Johann Friedrich Krause. Er ist der älteste Beiträger überhaupt.
Jetzt war es Brentanos Freund, Achim von Arnim, der die Brüder Grimm auf weitere Texte hinwies, u. a. Die Sterntaler, und sie 1812 zur Publikation animierte. Das Buch sollte preiswert sein und zur Mitarbeit anregen. So wurde auch fragmentarisches Material abgedruckt mit Anmerkungen direkt unter den Texten. Die ersten Exemplare erschienen am 20. Dezember 1812, der größte Teil im März 1813 in einer Auflage von 900 Stück bei Verleger Georg Andreas Reimer in Berlin.
Es war zu Verzögerungen gekommen, da der Text von Der Fuchs und die Gänse verloren gegangen war. Außerdem führten Reimers Eingriffe in Runges Texte zu Spannungen.

Insgesamt erfuhr die Sammlung eine stete Erweiterung und Textbearbeitung bis zur siebten Auflage 1857, genannt letzter Hand, weil es seit dem keine Bearbeitung durch die Brüder Grimm mehr gab.

Der WDR zeigte auf seiner Homepage sogar mein erstes Grimm-Märchenbuch, das hatte ich irgendwann totgeliebt und kaputtgelesen, aber es bleibt mir auf ewig im Hirn und Herzen.

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