laut und leise literatur lesen

die Rezi-Tante zeigt Erlebtes und Erdichtetes, Geschichten und Geschichte


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Prosit Neujahr!


Ein Gesundes Neues Jahr wünsche ich allen Lesern des Blogs mit einem
Gedicht von Wilhelm Busch (Foto ist von mir, gerade eben geschossen)

Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüsst,
doch vor allen Dingen
das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.


Ein Kommentar

so traurig … eine Gretchenschicksal


Während ich  den Tag nach Weihnachten durch Schneeberge tappte um mein jüngstes Enkelchen zu besuchen, mich an ihr zu erfreuen und an dem Glück, das es in die Familie brachte, glitt mein Blick über einen Zeitungsaufsteller und hing an einer Überschrift fest, die mich seit dem nicht mehr los lässt.
Frau schmeißt Neugeborenes aus dem Fenster – dieser Mann fand das sterbende Baby im Schnee auf einem Hof in Berlin- Charlottenburg. Die Mutter ist eine Hure…

Alle Berliner Zeitungen berichten auch in den folgenden Tagen von der Tragödie, von der Bild über die Morgenpost bis zum Tagesspiegel, keiner lässt sich die Story entgehen. Wir erfahren, dass es eine junge Rumänin mit dem schönen Namen Adriana-Maria war, wir erfahren Bruchstücke der traurigen Lebensgeschichte der Zwanzigjährigen, die keinesfalls das Monster ist, als das sie viele Leute in den Kommentaren zu den online-Artikeln darstellen, so abscheulich es auch ist, ein Kind zu töten. Hier sind alle Anzeichen einer Ausnahmesituation zu erkennen, hier war planmäßiges Handeln nicht möglich, hier war ein Mensch verflucht einsam, verzweifelt, dem Wahnsinn nahe. Wenn sie wieder bei klarem Verstand ist, wird sie sich damit auseinandersetzen müssen und ich wünsche ihr Stärke, schon wegen ihrer kleinen Tochter in Rumänien.
Wirklich Verbrecher sind in meinen Augen Männer, die mit Prostitution zu tun haben, also Freier und Luden, wie der vermeintliche Freund, der ihr Liebe und Verständnis vorgaukelte und sie dann zur Prostitution nötigte.
Und irgendwie empfinde ich auch unseren Staat mitschuldig, der zwar einige Babyklappen einrichten lässt, aber so wenig in Sachen Drogenhandel und Frauenhandel auf die Reihe bekommt und wie man immer wieder mitbekommt, erreichen diese Frauen keine vernünftigen Informationen über irgendwelche Babyklappen.


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Was an Geschichte in den Geschichten steckt – Die Nibelungen


Das Nibelungenlied ist eine hochmittelalterliche deutsche Ausformung der Nibelungensage und ist eines der wichtigsten erhaltenen literarischen Arbeiten dieser Zeit. Der Ursprung der Sage reicht in die Zeit  der germanischen Völkerwanderung zurück.
Der  historische Kern der Sage ist die Zerschlagung des Burgunderreiches in der Spätantike (um 436) durch den römischen Heermeister Aëtius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen.

Eins der Hauptthemen im Nibelungenlied ist der Konflikt zwischen Brunhilde und Kriemhild. Weitere  historische Ereignisse scheinen die Sage geprägt zu haben, so auch der Streit im Hause der Merowinger zwischen Brunichild und Fredegunde, der als  Merowingischer Bruderkrieg in die Geschichte einging und der tödliche Feindschaft zwischen der Königin Brunhilde und der abgefeimten Königin Fredegunde, erst Geliebte, dann 3. Ehefrau des Königs Chilperich I. erzeugte.

 

Chilperich und Fredegunde

Brunhilde, des Westgothenkönigs Athanagild und der Gunthsvintha Tochter, wuchs auf am Hofe von Toledo, bis sie im J. 566 als Braut des Frankenkönigs Sigibert I. durch dessen Erzieher, den Major domus Gogo nach Rheims geführt wurde.
Der Hochzeit voran ging der Uebertritt der Braut vom arianischen zum katholischen Bekenntniß, ein Schritt, der ihr das Wohlwollen des Clerus sicherte.
Die leiblichen und geistigen Vorzüge Brunhildens rühmt Venantius Fortunatus in hohen Tönen. Andere Nachrichten bezeugen, daß man der Fremden mit Mißtrauen begegnete, namentlich die Großen des Volks standen ihr gegenüber.
Aus ihrer Ehe mit Sigibert stammten ein Sohn, Childebert II. und zwei Töchter, Ingundis und Chlodosintha. Ingundis wurde an den Westgothen Hermenegild vermählt und in seinen Untergang verwickelt, ein harter Schlag für die Mutter.
Trübes erfährt diese auch bei den Franken. Ihre Schwester Gailesvintha, Gemahlin von Brunhildens Schwager Chilperich, wird um einer Buhlerin, der Fredegunde willen, durch den Gemahl ermordet.
Feindschaft trennt seitdem die beiden Bruderreiche, aber in dem ersten Kriege von 574 erscheinen Chilperich und Fredegunde als Angreifer. Mitten im Sieg wurde Sigibert 575 ermordet und die verwittwete Brunhilde fällt mit ihren Schätzen in die Gewalt Chilperichs.
Während ihr Sohn unter der Obhut austrasischer Großen in Metz aufwächst, lebt sie in der Verbannung zu Rouen.
Dort findet sie Chilperichs Sohn Merovech und Leidenschaft und Politik helfen eine Ehe zwischen Merovech und Brunhilde schließen.
Der Bischof Praetextatus von Rouen, der Taufpathe Merovechs, begünstigt die Sache, aber Chilperich trennt sofort seinen Sohn von der unerwünschten Schwiegertochter und Merovech findet schon 577 einen gewaltsamen Tod. Nach Chilperichs Ermordung (584), welche der Fredegunde zur Last gelegt wird, lebte B. im austrasischen Reich, zwar nicht als Vormünderin ihres Sohnes, aber doch nicht ohne Einfluß, denn der Vertrag von Andelot 588 ist mit ihrem Namen abgeschlossen, und ihr Dazwischentreten vermag einen ihrer Getreuen, Lupus von Champagne, vor dem Angriff der Gegner zu beschützen.
Allein die austrasischen Großen erheben sich in wiederholten Verschwörungen gegen das Königthum und dessen fiscalische Politik und deutlich ist darin der Einfluß der Fredegunde zu erkennen.
Nicht blos persönlicher Haß, auch politischer Gegensatz trennt die beiden Frauen bis zum Tode der Fredegunde 597.
Im Jahr zuvor hatte B. nach ihres Sohnes Tode die Vormundschaft über ihre beiden Enkel übernommen; bald bricht zwischen diesen und dem Sohn der Fredegunde Chlothar II. der Krieg aus; Chlothar hatte ihn begonnen.
In diesen Kämpfen mit dem Geschlecht der Gegnerin und mit den Großen um die Leitung ihrer Enkel verwildert B. Ihren Enkel Theuderich verhindert sie eine legitime Ehe zu schließen, um nicht in der Gemahlin die Nebenbuhlerin zu haben; ihr wird die Schuld an dem Kriege Theuderichs gegen seinen Bruder Theudebert und die Ermordung des letzteren zugeschrieben (611), ihr die Tödtung oder Verstümmelung so mancher Großen aus dem Volke.
Auch der zweite Enkel starb im J. 613 und die rastlos energische Frau bemühte  sich, den ältesten der vier Urenkel auf den Thron zu setzen. Aber Arnulf von Metz und Pippin, die Stammväter der Karolinger, rufen Chlothar II. in das Land.
Von Worms aus sendet B. ihm die Mahnung zur Umkehr und wirbt um die Hülfe der rechtsrheinischen Völker. Jedoch der Verrath umlauert sie. Die austrasischen und burgundischen Großen gehen über zu Chlothar und durch Mord enden die Urenkel Brunhildens, sie selbst ward in Orbe von dem Kämmerer Herpo gefangen und dem Sohne ihrer alten Feindin in Rionne ausgeliefert.
Alle Gräuel der langen Kriege wurden auf die Besiegte gehäuft und nach langen Folterqualen, dem Heere ihrer abtrünnigen Unterthanen schimpflich zur Schau gestellt, ward sie von einem wilden Pferde zu Tode geschleift (613).
In Autun soll sie bestattet worden sein.

Quelle:  Artikel „Brunichilde“ von Albrecht. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 442–443,

Auch wenn sich die Motive und Charaktere verschoben haben im Lauf der Jahrhunderte, viele Einzelheiten finden sich wieder, im Nibelungenlied verunglückt Königin Kriemhild auf der Flucht und ihr fortkullerndes Kind wird vom scheuenden Pferd zu Tode getreten, ein für die Erzählung eigentlich stumpfes Motiv, das für mich vor der Kenntnis der Hinrichtung der Brunichilde keinen Sinn ergab, den der stürzende Wagen hätte als Todesursache für den Säugling gereicht und dessen Tod so auszumalen bringt keine Steigerung in der Erzählung. Ganz anders aber, wenn da so ein diffuses Erinnern vom Tode durch ein Pferd im Raume stand, so wird das plötzlich alles schlüssig.


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geboren 26. 12. 1769 – 22. märchenhafte Biografie


geboren 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz auf Rügen, damals Schwedisch-Pommern;
gestorben 29. Januar 1860 in Bonn
war ein deutscher Schriftsteller und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.
Er widmete sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Besatzung Deutschlands durch Napoleon.
Er gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Epoche der Freiheitskriege.
Arndt wird sehr unterschiedlich beurteilt:
als Demokrat und deutscher Patriot, als Nationalist und Antisemit.

Leben des Ernst Moritz Arndt´

Arndts Geburt fiel in die Zeit zwischen dem Siebenjährigen Krieg und der Französischen Revolution.
Sein Vater Ludwig Nikolaus konnte sich – obwohl er nur der Sohn eines Hirten der Herrschaft zu Putbus war – am 28. März 1769 für die hohe Summe von 80 Talern aus der Leibeigenschaft des Grafen Malte zu Putbus freikaufen und arbeitete zur Zeit von Arndts Geburt als Inspektor auf dem Gut des Grafen. 1776 wurde der Vater Pächter verschiedener Güter auf Rügen.
Der Vater schickte seinen frei geborenen Sohn nach dem Unterricht durch Hauslehrer von Februar 1787 bis 1789 auf das Gymnasium im Stralsunder Katharinenkloster. Ernst Moritz Arndt bezog in dem von der Stadt Stralsund dem jeweiligen Konrektor des Gymnasiums (zu Arndts Schulzeit Adolf Friedrich Furchau) zur Verfügung gestellten Haus in der heutigen Mönchstraße Nr. 45 ein kleines Zimmer gegenüber der Bibliothek. Das Haus wird heute vom Deutschen Meeresmuseum genutzt und dient als Gedenkstätte für Hermann Burmeister.
Ab 1788 besuchte Arndt die Prima bei Rektor Christian Heinrich Groskurd; im Herbst 1789 wurde er für seine erfolgreich bestandenen Herbstprüfungen öffentlich gelobt. Er selbst sah jedoch im Lernen am Gymnasium keinen Sinn mehr und verließ Stralsund für Zemmin außerhalb Schwedisch-Pommerns.
Nach der Intervention seines Vaters, der ihm die Wahl ließ zwischen einer Fortsetzung des Studiums oder Mitarbeit auf dem elterlichen Gut in Löbnitz,
kehrte Arndt zu seinen Eltern zurück und blieb dort bis Ostern 1791, wobei er das Gymnasium praktisch im „Fernstudium“ beendete.
Ab Mai 1791 studierte er zunächst an der Universität Greifswald, die seit 1933 seinen Namen trägt, und später in Jena neben evangelischer Theologie, Geschichte, Erd- und Völkerkunde auch Sprachen und Naturwissenschaften. Nach der Kandidaten- und Hauslehrerzeit bei Ludwig Gotthard Kosegarten unternahm er 1798/99 eine Reise durch Österreich, Oberitalien, Frankreich, Belgien und einen Teil Norddeutschlands. Er schilderte seine Eindrücke in verschiedenen Reiseberichten.

Im April 1800 habilitierte sich Arndt in Greifswald in Geschichte und Philologie mit einer Schrift, in der er sich gegen die Ideen Jean-Jacques Rousseaus aussprach. Er heiratete Charlotte Marie Quistorp, die Tochter von Professor Johann Quistorp; sie starb 1801 nach der Geburt des Sohnes Karl Moritz an Kindbettfieber. Am 22. April 1800 bat Arndt die Universität Greifswald um die Lehrerlaubnis für Geschichte und Philologie, die ihm am 5. Mai 1800 vom Generalgouverneur und Universitätskanzler Hans Henrik von Essen erteilt wurde, dem Arndt später seinen «Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen» widmete.
Arndt wurde 1801 Privatdozent an der Universität. 1803 wurde Arndt nach dem Erscheinen seines «Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen» von adligen Gutsbesitzern verklagt. Darin hatte er voller Empörung das Bauernlegen und die Leibeigenschaft in Vergangenheit und eigener Zeit kritisiert. Arndt schreibt in seiner Autobiographie, dass die 1806 erfolgte Aufhebung der Leibeigenschaft und der Patrimonialgerichtsbarkeit in Schwedisch-Vorpommern durch den schwedischen König aus der Lektüre seiner Studie folgte. Im selben Jahr verfasste Arndt den ersten Teil seiner anti-napoleonischen Flugschrift Geist der Zeit. Er erhielt, nach einem Schweden-Aufenthalt 1803/1804, auf seinen Antrag vom November 1805 hin am 11. April 1806 eine außerordentliche Professur an der philosophischen Fakultät in Greifswald.
1805 erarbeitete Arndt für die schwedische Regierung eine Verordnung über die Errichtung einer Landwehr in Schwedisch-Pommern, die am 30. April 1806 in Kraft trat. Ab dem Sommer war Arndt dann öfter für die Regierung tätig, was seinen Aufenthalt in Stralsund erforderte, wo er sich mit dem seit 1799 als Arzt arbeitenden Christian Ehrenfried Weigel anfreundete. Er geriet mit einem schwedischen Offizier namens Gyllensvärd aneinander, dem er antideutsche Äußerungen unterstellte, und duellierte sich mit ihm am 12. Juli 1806, wobei er von einer Pistolenkugel im Bauchraum verwundet wurde.

Flucht und Kampf gegen Napoleon
Durch seine Schriften als Franzosenhasser bekannt, musste Arndt nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt vor den Truppen Napoleons nach Schweden flüchten. Er traf am 26. Dezember 1806 in Stockholm ein, wo er den zweiten Teil von Geist der Zeit schrieb, der Wege aus der fremdherrschaftlichen Bevormundung Deutschlands aufzeigen sollte. Arndt arbeitete in Schweden an der Übersetzung des schwedischen Gesetzbuches, um es in Schwedisch-Pommern einführen zu können.
Nach dem Sturz König Gustav IV. Adolf verließ Arndt 1809 sein Asyl und kehrte illegal nach Deutschland zurück. Er lebte zunächst bei seinen Geschwistern auf dem Land und ging dann nach Berlin zu Georg Andreas Reimer, wo er in einen patriotischen Kreis eingeführt wurde, zu dem u. a. Friedrich Ludwig Jahn, Hermann von Boyen, August Neidhardt von Gneisenau und Friedrich Schleiermacher gehörten.
1812 reiste er über Prag nach Sankt Petersburg, einer Einladung des Freiherrn vom Stein folgend, der in ihm einen Gefährten zur Unterstützung des deutschen Nationalbewusstseins gegen die französische Fremdherrschaft sah. Arndt wurde sein Privatsekretär; zu seinen Aufgaben gehörten vor allem Briefwechsel mit England und Deutschland, besonders die Russisch-Deutsche Legion betreffend sowie eine Koalition Englands mit Russland. In dieser Zeit publizierte Arndt den Großteil seiner patriotischen Lieder und Gedichte und seiner Schriften gegen Frankreich.
Im selben Zeitraum fällt die Entstehung der Schriften Kurzer Katechismus für den Deutschen Soldaten und Katechismus für den Deutschen Kriegs- und Wehrmann. In dieser Schrift geißelt er den Krieg der Tyrannen:
„Wer aber für den Tyrannen ficht und gegen Gerechtigkeit das mordische Schwert zieht, dessen Name ist verflucht bei seinem Volke und sein Gedächtnis blüht nimmer unter dem Menschen.“
– Katechismus für den Teutschen Kriegs- und Wehrmann, Köln 1815, S. 10

„Es sind oft blutige Tyrannen gewesen, welche Freiheit und Gerechtigkeit zu vertilgen ausstanden…“
– Katechismus, S. 24
Sein Beispiel eines Tyrannen ist in dieser Schrift Napoleon Bonaparte. In diesem Werk sind unter anderem auch wortgewaltige Schilderungen über die Schlachten, die gegen Napoleon gefochten wurden, enthalten:
„Hinter sich aber ließ er fast sein ganzes Geschütz, und mehr als 100.000 Tote, Verwundete, Gefangene und Versprengte; dazu alle Lazarette voll vieler Zehntausende von Kranken und Verwundeten aus den früheren Schlachten. Auf seiner Flucht von Leipzig nach Mainz verlor er durch Gefechte, Ermattung und Hunger fast noch die Hälfte des übrigen Heeres und brachte von 400.000 Mann, die er seit dem verflossenen Winter wieder in Teutschland zusammen getrieben hatte, nicht mehr als 80.000 Mann über den Rhein, in einem so elenden Zustande, dass die Hälfte davon gewiss durch Krankheiten umkommen wird. So hatte auch in Teutschland Gott Gericht gehalten über die Bösen.“
– Katechismus, S. 23/24
In dieser Schrift kommt zudem, wie auch in zahlreichen Gedichten von ihm, das Streben nach größtmöglicher Freiheit (die für ihn jedoch noch keine Demokratie sondern eine konstitutionelle Monarchie darstellte) zum Ausdruck:
„Der Mensch soll gehorchen mit Freiheit und das Rechte tun, weil es seinem Herzen gefällt. Und es sind viele Laster schändlich zu nennen, doch das Schändlichste von allen ist ein knechtischer Sinn. Denn wer die Freiheit verlor, der verlor jede Tugend, und dem zerbrochenen Mut hängen die Schanden sich an. Wer mit hündischen Sinn das Rechte verschweiget, der umschleicht mit dem Unrecht bald auch das Recht.“
– Katechismus, S. 8
Über Krieg, Soldaten bzw. das Verhalten der Soldaten schreibt er:
„Denn der Krieg ist ein Übel und die Gewalt ist das größte Übel.“
– Katechismus, S. 32
„Wer das Schwert trägt, der soll freundlich und fromm sein wie ein unschuldiges Kind, denn ich ward ihm umgürtet zum Schirm der Schwachen und zur Demütigung der Übermütigen. Darum ist in der Natur keine größere Schande, als ein Krieger, der die Wehrlosen misshandelt, die Schwachen nöthet, und die Niedergeschlagenen in den Staub tritt.“
– Katechismus, S. 31
„Ein solcher Soldat, der räuberisch, hartherzig und grausam ist, heißt mit Recht viel schlechter als ein Straßenräuber und sollte wie andere Schandebuben mit Galgen und Rad bestraft werden. Denn er entehrt den heiligen Stand des Bürgers und macht Stärke und Mut, welche die Menschen beschirmen sollten, zu ihrem Fluch“
– Katechismus, S. 34
Neben der Schrift Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen, die gegen die dortige Leibeigenschaft gerichtet ist, ist diese Schrift eine der wichtigsten und seine Aussagen, die darin enthalten sind, waren damals revolutionär.
Rückkehr
Nach Napoleons Niederlage in Russland kehrte Arndt 1813 nach Schwedisch-Pommern zurück. Von Sommer 1816 bis März 1817 war Arndt in Vorpommern und Stralsund und traf u. a. seinen langjährigen Freund Gottfried Christian Mohnike, seinen ehemaligen Konrektor Furchau und dessen Sohn Adolf Friedrich. Er unterstützte weiterhin die nationale Einheitsbewegung durch diverse Schriften, u. a. Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze, in der er die Ablösung des deutschsprachigen Rheinlands von Frankreich forderte.
Zur Unterstützung des evangelischen Pietismus veröffentlichte er den Deutschen Volkskatechismus. Weiterhin schrieb er gegen französische Politik, Philosophie und Lebensart an, etwa in Flugblättern wie Über Volkshass und über den Gebrauch einer fremden Sprache (1813), Über das Verhältnis Englands und Frankreichs zu Europa (1813) und Noch ein Wort über die Franzosen und über uns (1814). In der Schrift Das preußische Volk und Heer (1813) empfahl er Preußens Führern, den Geist freizulassen und das Volk kriegsgeübt zu machen. Aus derselben Zeit stammen seine Kriegs- und Vaterlandslieder Lieder für Teutsche (1813) und Kriegs und Wehrlieder (1815). 1813 veröffentlichte er den dritten Teil von Geist der Zeit, in dem er Grundzüge einer neuen Verfassung für Deutschland umriss.
Professur in Bonn, Nationalversammlung
Im April 1817 verlobte sich Arndt in Berlin mit Anna Maria Schleiermacher, einer Schwester des Theologen Friedrich Schleiermacher, die er am 18. September des gleichen Jahres heiratete. In diesem Jahr erschienen seine Märchen und Jugenderinnerungen und der vierte Teil von Geist der Zeit. Er ging nach Bonn, wo er 1818 Professor für Geschichte an der neu gegründeten Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn wurde. Sein Jahresgehalt betrug 1500 Taler.
Im Jahr 1819 veröffentlichte Arndt das Gedicht Der Fels des Heils in seiner Schrift Von dem Wort und dem Kirchenliede. [1] Es lehnt sich an die Bibelstelle ich weiß, an wen ich glaube aus dem 2. Brief des Paulus an Timotheus. Noch zu Arndts Lebzeiten wurde das Lied in zahlreiche Gesangsbücher aufgenommen. Es ist heute unter dem Titel Ich weiß, woran ich glaube im Evangelischen Gesangbuch enthalten. Die Melodie stammt von Heinrich Schütz aus dem Jahr 1628 in einer minimal veränderten Version von 1661.
Arndts akademisches Wirken war nur von kurzer Dauer. 1819 wurden seine Papiere im Rahmen der sogenannten Demagogenverfolgungen in Folge der Karlsbader Beschlüsse wegen des vierten Bandes von Geist der Zeit und Privatäußerungen beschlagnahmt, er selbst am 10. November 1820 von seinem Lehramt suspendiert; im Februar 1821 wurde ein Verfahren wegen demagogischer Umtriebe gegen ihn eröffnet. Es endete ohne Ergebnis: Arndts Forderung einer Ehrenerklärung wurde nicht erfüllt, er selbst aber auch nicht für schuldig erklärt; bei Weiterbezug seines Gehaltes wurde ihm die Erlaubnis entzogen an der Universität Vorlesungen zu halten.
1826 musste Arndt sein Professorenamt ganz niederlegen. Erst 1840 wurde er durch Friedrich Wilhelm IV. rehabilitiert. Eine Schilderung des Prozesses gab Arndt in dem Notgedrungenen Bericht aus meinem Leben, aus und mit Urkunden der demagogischen und antidemagogischen Umtriebe (1847).
Auch im Privatleben musste Arndt mit Schicksalsschlägen fertig werden. 1834 ertrank sein jüngster Sohn Wilibald im Rhein. Sein Sohn Sigerich Arndt wurde gegen den erbitterten Widerstand seines Vaters Mitglied des Corps Rhenania Bonn; der Vater neigte der Burschenschaft zu und lehnte das Prinzip politischer Neutralität strikt ab. 1841 wurde Arndt Rektor der Bonner Universität und lehrte und publizierte bis zu seiner Emeritierung 1854.
Am 18. Mai 1848 zog Arndt als Abgeordneter für Solingen in die Frankfurter Nationalversammlung ein. Er war Mitglied der Kaiserdeputation und Alterspräsident. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte Arndt schon vor der Konstituierung der Versammlung geschrieben, dass er die von einem demokratischen Parlament angebotene Krone nicht annehmen werde. Am 20. Mai 1849 trat Arndt desillusioniert aus der Gagern’schen Partei in der Versammlung aus und widmete sich wieder dem akademischen Leben.

Arndt blieb weiter aktiv als patriotischer Literat; er verfasste Blätter der Erinnerung, meistens um und aus der Paulskirche in Frankfurt (1849), Mahnruf an alle deutschen Gauen in betreff der schleswig holsteinischen Sache (1854), Pro populo germanico (1854), Blütenlese aus Altem und Neuem (1857) und Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfreiherrn H. K. Fr. vom Stein (1858). Wegen einer angeblich General Carl Philipp von Wrede und das bayerische Militär beleidigenden Stelle in der letztgenannten Schrift wurde Arndt vor das Schwurgericht in Zweibrücken geladen und in Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
1858 widmeten Hermann und Moritz Schauenburg Arndt die erste Ausgabe des Allgemeinen deutschen Kommersbuches. Diese Widmung und ein Faksimile seiner Antwort werden bis heute in jeder Auflage des Kommersbuches abgedruckt. Unter allgemeiner öffentlicher Teilnahme feierte Arndt 1859 seinen 90. Geburtstag; er starb kurz darauf am 29. Januar 1860. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof in Bonn.

Arndt´s Franzosenhass, Antisemitismus und Militarismus

Arndts Bild vom Deutschen geht von einem ursprünglich „reinen“ Zustand des Volkes aus, der bewahrt werden müsse:
„Die Deutschen sind nicht durch fremde Völker verbastardet, sie sind keine Mischlinge geworden, sie sind mehr als viele andere Völker in ihrer angeborenen Reinheit geblieben und haben sich aus dieser Reinheit ihrer Art und Natur nach den stetigen Gesetzen der Zeit langsam und still entwickeln können; die glücklichen Deutschen sind ein ursprüngliches Volk […]; jedes Volk wird nur dadurch das Beste und Edelste werden und das Beste und Edelste hervorbringen können, dass es immer das Kräftigste und Schönste seines Stammes ausliest und mit eineinander zeugen lässt. “
Diese Vorstellungen führten Arndt zu sehr scharfer antifranzösischer Propaganda, in der er die Deutschen zum Hass gegen das französische Volk aufforderte:
„Wenn ich sage, ich hasse den französischen Leichtsinn, ich verschmähe die französische Zierlichkeit, mir missfällt die französische Geschwätzigkeit und Flatterhaftigkeit, so spreche ich vielleicht einen Mangel aus, aber einen Mangel, der mir mit meinem ganzen Volke gemein ist. Ebenso kann ich sagen: Ich hasse den englischen Übermut, die englische Sprödigkeit, die englische Abgeschlossenheit. Diese gehassten und verachteten und getadelten Eigenschaften sind an sich noch keine Laster, sie hängen bei den Völkern, die sie tragen, vielleicht mit großen Tugenden zusammen, die mir und meinem Volke fehlen. Darum lasst uns die Franzosen nur recht frisch hassen, lasst uns unsre Franzosen, die Entehrer und Verwüster unserer Kraft und Unschuld, nur noch frischer hassen, wo wir fühlen, dass sie unsere Tugend und Stärke verweichlichen und entnerven.“
http://www.ernst-moritz-arndt.de/zitate.htm
Er warnte auch vor zu engem Kontakt mit dem Judentum: Zwar sei durch den Übertritt zum Christentum in der zweiten Generation der „Same Abrahams“ kaum noch zu erkennen, schädlich aber seien die „Tausende, welche die russische Tyrannei uns nun noch wimmelnder jährlich aus Polen auf den Hals jagen wird“, „die unreine Flut von Osten her“. Er warnte vor einer jüdisch-intellektuellen Verschwörung, „Juden oder getaufte und […] eingesalbte Judengenossen“ hätten sich der Literatur „wohl zur guten Hälfte bemächtigt“ und verbreiteten „ihr freches und wüstes Gelärm, wodurch sie […] jede heilige und menschliche Staatsordnung als Lüge und Albernheit in die Luft blasen möchten.“
Seine Haßvorstellungen über Franzosen und Juden gingen ineinander über, er nannte die Franzosen “das Judenvolk”. Franzosen sind ihm “verfeinerte schlechte Juden”. Er behauptete, sie treiben Menschenhandel: “In alle Kreise … der teutschen Zunge (ergingen) Befehle, Listen einzuschicken über die mannbaren teutschen Jungfrauen, welche durch Vermögen, Schönheit und Anmuth glänzten. Diese sollten nach Frankreich abgeführt und an Franzosen vergeben werden. Hätte dies ausgeführt werden können, wie bald wäre diesseits des Rheins die edle deutsche Art verbastardet worden.” Er meinte, die meisten Französinnen sind “verbuhlt und unzüchtig … in der zischelnden und flüsternden und gurgelnden Schlangensprache selbst liegt schon das Schlüpfrige, Gleisende [für: Gleissende], Verführerische und Sündliche.” Wollten Personen von westlich des Rheins ins Land, so soll man Zölle erheben, wie beim Vieh: “Ein Artikel, der mehr der Ueppigkeit dient, als der Viehzucht schadet, wird jährlich in Teutschland eingeführt, nemlich Franzosen und Juden. Doch der teutschen Menschenzucht ist er äußerst schädlich, sowohl in Hinsicht der Vergiftung der ächten teutschen Sitten, als der Verschlechterung des edlen teutschen Stammes.” 1815 hieß es bei Arndt über die Franzosen: “Juden… nenne ich sie wieder, nicht bloß wegen ihrer Judenlisten und ihres knickerigen Geitzes, sondern mehr noch wegen ihres judenartigen Zusammenklebens.”
Kritisiert wurde häufig auch das aus heutiger Sicht martialisch bzw. militaristisch wirkende von Arndt gedichtete Lied der Freiheitskriege:
Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.
Dazu muss aber bemerkt werden, dass diese Formulierungen in der damaligen Verbindung von Freiheitskampf und religiösen Glaubensüberzeugungen, wie sie sich auch im 20. Jahrhundert im Rahmen von Freiheitsbewegungen in der Dritten Welt zeigen, gesehen werden müssen.
Beachtung zu Lebzeiten
Zu Lebzeiten wurde Arndt hoch verehrt und gefeiert, seine Schriften führten zur Gründung patriotischer Vereinigungen, u. a. in Gießen, Heidelberg und Marburg, die als Vorgänger der Burschenschaften angesehen werden können. Außerdem gilt Arndt als einer der Mitbegründer der christlichen Wingolf-Verbindungen. Sein Lied Was ist des Deutschen Vaterland? war lange Zeit die inoffizielle Hymne der deutschen Einigungsbewegung. Für Arndt wurden eine Reihe von Denkmälern errichtet, u. a. in Bonn und Stralsund.

Beachtung im Nationalsozialismus
Die Nationalsozialisten betrachteten Arndt als einen ihrer Vordenker, etwa wegen solcher Ausführungen:
„Es wird ja hoffentlich einmal eine glückliche deutsche Stunde für die Welt kommen und auch ein gottgeborener Held, […] der mit scharfem Eisen und mit dem schweren Stock, Scepter genannt, [das Reich] zu einem großen würdigen Ganzen zusammenschlagen kann.“
Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten beantragte der örtliche Leiter des Stahlhelm die Benennung der Greifswalder Universität nach Arndt. Das preußische Staatsministerium erteilte die Bewilligung im Mai 1933, da Arndt stets für die Freiheit, die Ehre und die Macht des Deutschen Vaterlandes an erster Front gekämpft habe.[9] Allerdings beriefen sich im Juli 1943 die Gegner Adolf Hitlers in der Wehrmacht auf der Gründungsversammlung des Nationalkomitess Freies Deutschland auch auf Arndt, der geschrieben hatte:
„Denn wenn ein Fürst einen deutschen Soldaten befiehlt, Gewalt zu üben gegen die Unschuld und das Recht, […] müssen sie nimmer gehorchen.“
http://www.zeit.de/zeitlaeufte/fataler_patron

Beachtung in der Nachkriegszeit
Auch die DDR nahm Arndt für sich in Anspruch, als Kämpfer gegen Feudalismus und Vorbild für die Freundschaft mit Russland. Der Nationalrat der DDR verlieh an Kulturschaffende die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille, die Arndts Portrait zeigte und die Unterschrift Das ganze Deutschland soll es sein. Bekannte Empfänger der Medaille waren u. a. Johannes R. Becher und Karl-Eduard von Schnitzler.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Plakette ist die höchste vom Bund der Vertriebenen Landesverband Nordrhein-Westfalen vergebene Auszeichnung.
1992 wurde die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft e. V. gegründet, welche die wissenschaftliche Erforschung des Lebens und des Wirkens von Ernst Moritz Arndt im Kontext seiner Zeit und in der Nachwirkung auf spätere Epochen fördert und betreibt.
Beachtung in der Gegenwart
Im Jahr 2009 wurden an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität 1400 Unterschriften für eine Umbenennung der Universität gesammelt. Als Grund wurden seine antisemitischen Äußerungen genannt.
In einer Urabstimmung vom 11. bis 15. Januar 2010 sprach sich die Mehrheit der Abstimmenden jedoch gegen die Umbenennung aus. Mit 49,9 Prozent (1.398 Stimmen) stimmte eine Mehrheit der abstimmenden Greifswalder Studierenden gegen eine Änderung des Namens der „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“. 42 Prozent (1.217 Stimmen) sprachen sich für eine Umbenennung in „Universität Greifswald“ aus. Schließlich beendete der Senat den Streit am 17. März 2010, als 22 von 36 Senatoren für die Beibehaltung des Namens stimmten.

Ich persönlich bin ebenfalls für eine Beibehaltung des Namens, denn eine latent oder offensichtlich vorliegende antisemitische Haltung wird man bei vielen europäischen Personen der Zeitgeschichte vorfinden, sie ist ein unrühmliches Erbe, dass nicht erst im Nationalsozialismus zutage trat, sondern schon im Neuen Testament der Bibel wurzelt und sich durch die europäische Geschichte zieht. Egal in welchem Land sich nationale Bewegungen bildeten, zur gleichen Zeit erstarkte dort auch das antisemitistische Gedankengut.
Personen der Zeitgeschichte und ihre Verdienste zu unterschlagen, um dem Antisemitismus nicht das Wort zu führen ist in meinen Augen eine Form der Geschichtsverfälschung und spielt nationalsozialistisch Gesinnten märtyrerähnliche Vorbilder zu. Hier ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema gefragt, gerade auch, um Menschen zu befähigen, gegenwärtigen Antisemitismus  und Defamierung anderer erkennen und einordnen zu können .
Meiner Meinung nach ist es dasselbe Denkmuster, zu sagen, dessen Verdienste ehren wir nicht, weil er auch noch antisemitisch war, wie zu sagen, das ist ein kluger Mensch, der sich für sein Volk einsetzte, der muss dann auch Recht haben mit seinen antisemitischen Äußerungen.
Nur eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit Thema und Personen schafft wirkliches Verständnis und lässt Antisemitismus irgendwann endlich zum unverständlichen Aberglauben vergangener Zeiten absinken.


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Katzen würden dieses lesen … (2)


so habe ich auf der Katzenheimat den Artikel über “Das Große Katzenmärchen” getitelt. Eines der schönsten Katzenmärchen, Märchen mit einer Katze (so trifft es besser).

Katzen würden dieses lesen … (2).


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Gedicht der Woche 50/2010


Weihnachtswunder

Kirche im Schnee, Weihnachten

Gustav Falke 1853 – 1916

Durch den Flockenfall
klingt süßer Glockenschall,
ist in der Winternacht
ein süßer Mund erwacht.

Herz, was zitterst du
den süßen Glocken zu?
Was rührt den tiefen Grund
dir auf der süße Mund?

Was verloren war,
du meintest, immerdar,
das kehrt nun all zurück,
ein selig Kinderglück.

O du Nacht des Herrn
mit deinem Liebesstern,
aus deinem reinen Schoß
ringt sich ein Wunder los.

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