Am 08.11.2009 um 11 Uhr
Autorenlesung mit anschließender Diskussion
Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten
Mit Patricia Koelle und Bettina Buske
Kontaktstelle Wilmersdorf
Sigmaringer Straße 28
10713 Berlin-Wilmersdorf
Telefon 030 86409307
Fax 030 86409517
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So, nun ist auch diese Lesung vorbei. Ist das zweite Mal, dass ich in den Räumen der Kontaktstelle gelesen habe und es war wie schon beim ersten Mal eine herzliche Atmosphäre.
Bevor die Lesung begann, hielt ich noch Ausschau, wo das Publikum bleibt, denn leider waren nicht sehr viele Zuhörer gekommen. Aber außer der Musikergruppe war die Straße menschenseelenleer.

Diese Gruppe hat mich sofort an die Musikgruppe in der Erzählung erinnert, die ich gleich lesen würde, sogar der obligatorische Kaffeebecher war dabei, da war mein Beitrag für den Becher dann ebenfalls obligatorisch…
Nun zurück zur Lesung, ich glaube, es waren insgesamt sieben Zuhörerinnen, ich hab lieber nicht durchgezählt und lasse mir die Hoffnung, es könnten acht gewesen sein.
Dafür waren die Frauen aber ein interessiertes Publikum, das hat den mäßigen Zulauf wieder entschädigt, den nach der Lesung ergaben sich interessante Gespräche.

Aber ich frage mich nun, ist das Thema Mauerfall für die Leute schon so „abgelutscht“, dass niemand zur Lesung kommen möchte, was die rege Teilnahme an dem anschließenden Gespräch aber nicht bestätigte, oder was muss man machen, damit sich Leute für die Mauerstücke-Lesungen interessieren?
So langsam habe ich das Gefühl, dem Don Quijote gleich zu sein und die Mauerstücke sind dann wohl meine Dulchinea.
Aber wie Don Quijote kann auch ich nicht anders, ich muss in den Kampf hinaus für den guten Namen meiner Liebe.
Eigentlich kann ich die Mauerstücke wirklich nicht mit Dulcinea vergleichen, ich habe da wohl ein Identitätsproblem – vielleicht bin ich eher ein Kohlhaas denn ein Don Quijote, nennt mich Donna Kohlhaas, das scheint zu passen.
Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Sonntag, 8. November 2009 um 12:01 und eingeordnet unter Allgemeines, Autorenlesungen, Berlin, Berlin - meine Stadt, Bettina Buske, Kultur, Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten, Patricia Koelle, Programme, Sprache, Veranstaltungen in Berlin. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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9. November 2009 um 07:17
Claudia hat noch einen kleinen Beitrag auf ihrem Blog
http://kalliopevorleserin.wordpress.com/2009/11/09/einig-und-recht-frei/#comment-2381
9. November 2009 um 07:52
Ich kann mir mit aller Phantasie nicht vorstellen, daß Du zu terroristischen Mitteln greifst, um die Mauerstücke bekannt zu machen!
Allerdings kennen wir ja beide auch bei ganz anderen Themen schlecht besuchte Veranstaltungen. Ich fürchte, es herrscht einerseits eine allzu große Konkurrenz (bei Lesungen oft mit Namen bekannter Schauspieler) und zugleich Kulturmüdigkeit. Der Einkaufssonntag ist vielen Leuten wichtiger als eine Lesung!
Da hilft vielleicht nur: Weitermachen.
9. November 2009 um 08:12
daß Du zu terroristischen Mitteln greifst …
naja, so weit ging mein Denken gar nicht, ich dachte eher an die Verbohrtheit, zu seinem Recht zu kommen, diese geradezu Bessenheit von seinem Recht hatte der Kleist so schön herausgearbeitet.
Obwohl, irgendwie reizvoll, iche mit einem über dem Kopfe geschwenkten Stapel Mauerstücke-Erinnerungsgeschichten hinter Passanten her: Los, ab zur Lesung, oder es stetzt was!
Vielleicht mache ich es wie die Straßenmusiker, ziehe durch die Straßen und rezitiere… brauche dann nur einen Kaffeebecherhalter, der das Trinkgeld einsammelt.
9. November 2009 um 14:29
Doch, also das Bild, wie Du drohend mit Bücherstapeln hinter Passanten herrennst, möglichst mit weitem schwarzen Umhang und Trompete, das gefällt mir schon
9. November 2009 um 15:20
das mit dem schwarzem Umhang kriege ich hin, bei der Trompete muss ich gucken, ob ich mich der Mariatschitruppe anschließen kann, die vor Lesungsbeginn in der Sigmaringer Straße musizierten und den Kaffeebecher umgehen ließen. Hat man gleich etwas Bewegung, Patzer fallen dann nicht auf weil man ja stets unterwegs ist und nur kurz zu hören und es scheint ohnehin bald einnahmesicherer zu sein, als die üblichen Kulturveranstaltungen für Eintritt.
Die Magie der Kaffeebecher…
ach, eigentlich auch ein schöner Geschichtentitel.
10. November 2009 um 09:15
Hallo Bettina, bitte entschuldige, dass ich lange nicht hier war, ich war leider verhindert.
Wenn ich ehrlich bin, liest sich Dein Bericht und Deine humorigen Kommentare nicht so lustig für mich.
Ich habe zwar dazugelernt, weil ich wegen Donna Kohlhaas Altavista bemühen musste um nachzusehen, ob mich meine Erinnerung an den Kaufmann mit den schönen Rössern nicht trügt, denn das habe ich nicht mit Bücher lesen in Verbindung gebracht. Aber jetzt nach den Kommentaren habe auch ich das verstanden.
Lass Dich nicht so herunterziehen, das hat garantiert nichts mit Dir zu tun, dass die Leute nicht zu Veranstaltungen kommen.
Wenn ich ehrlich bin, ich bin auch nur schwer aus dem Haus zu locken, wenn ich denn endlich drinnen bin.
Ich kann also keinen Tip geben, was man machen könnte, damit Leute kommen. Mein Vorschlag wäre, geh zu denen nach Hause, oder dahin, wo sie sich zu Hause fühlen.
Ich schaue gern in Deinen Blog, lese sogar die Geschichten, obwohl ich sonst Sachbücher bevorzuge. Hergekommen bin ich mal wegen den Fotomontagen – die zeigst Du gar nicht mehr, oder?
10. November 2009 um 13:05
Ja lieber Ernst August, schön von Dir zu lesen. Ich habe jetzt einen link zum Kohlhaas gesetzt,ich kann ja nicht davon ausgehen, dass jedem der Name etwas sagt.
Dahin gehen, wo sich die Leute zu hause fühlen – hat schon was, aber dazu muss man dann geladen werden und meine bisherigen Versuche waren da nicht so erfolgreich. Kulturstätten hingegen stehen offen, werden aber nicht besucht.
Ach, ich weiß auch nicht …