laut und leise literatur lesen

die Rezi-Tante zeigt Erlebtes und Erdichtetes, Geschichten und Geschichte


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Gedicht der Woche 53


Von guten Mächten


Dieses Gedicht zum neuen Jahr wurde im Dezember 1944 für seine Angehörigen geschrieben,
der Autor, Pfarrer Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg, kurz vor der Befreiung des Lagers durch die US-Armee wegen seiner deutlich Stellungnahme gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und dem Engagement im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen
und den Arierparagraphen hingerichtet.

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H.C.Andersen Die Schneekönigin – 7. Geschichte


Siebente Geschichte

Was im Schloß der Schneekönigin geschehen war
und was dort später geschah

Die Wände des Schlosses waren aus treibendem Schnee und Fenster und Türen aus schneidenden Winden; es waren über hundert Säle darin, ganz wie sie der Schnee zusammengeweht hatte; der größte erstreckte sich viele Meilen lang, alle wurden von dem starken Nordlicht beleuchtet, und sie waren so groß, so leer, so eisig kalt und so glänzend! Niemals gab es hier Fröhlichkeit, nicht einmal soviel wie einen kleinen Bärenball, wo der Sturm hätte blasen und die Eisbären auf den Hinterbeinen gehen und ihre feinen Manieren zeigen können; niemals eine kleine Spielgesellschaft mit Maulklapp und Tatzenschlag; nie ein kleines bißchen Kaffeeklatsch der Weißfuchsfräulein; leer, groß und kalt war es in den Sälen der Schneekönigin. Die Nordlichter flammten so deutlich, daß man zählen konnte, wann sie am höchsten und wann sie am niedrigsten standen. Mitten in diesem leeren, unendlichen Schneesaal war ein zugefrorener See, der war in tausend Stücke zersprungen, aber jedes Stück glich dem anderen so genau, daß es ein ganzes Kunstwerk war; und mitten auf dem See saß die Schneekönigin, wenn sie zu Hause war, und dann sagte sie, daß sie im Spiegel des Verstandes sitze und daß er der einzige und beste in dieser Welt sei.

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H.C.Andersen Die Schneekönigin – 6. Geschichte


Sechste Geschichte

Die Lappin und die Finnin

Bei einem kleinen Haus hielten sie an; es war sehr jämmerlich. Das Dach ging bis zur Erde herunter, und die Tür war so niedrig, daß die Familie auf dem Bauch kriechen mußte, wenn sie heraus oder hinein wollte. Hier war außer einer alten Lappin, die bei einer Tranlampe Fische kochte, niemand im Hause; und das Rentier erzählte Gerdas ganze Geschichte, aber zuerst seine eigene, denn diese erschien ihm weit wichtiger; und Gerda war so angegriffen von der Kälte. daß sie nicht sprechen konnte.

“Ach, ihr Armen!” sagte die Lappin; “da habt ihr noch weit zu laufen! Ihr müßt über hundert Meilen weit in Finnmarken hinein, denn da wohnt die Schneekönigin auf dem Lande und brennt jeden Abend bengalische Flammen. Ich werde einige Worte auf einen trocknen Stockfisch schreiben, Papier habe ich nicht; den werde ich euch für die Finnin dort oben mitgeben. Sie kann euch besser Bescheid erteilen als ich!”

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H.C.Andersen Die Schneekönigin – 5. Geschichte


Fünfte Geschichte

Das kleine Räubermädchen

Sie fuhren durch den dunklen Wald, aber die Kutsche leuchtete wie eine Fackel; das stach den Räubern in die Augen, das konnten sie nicht ertragen. “Das ist Gold, das ist Gold!” riefen sie, stürzten hervor, hielten die Pferde an, schlugen die kleinen Vorreiter, den Kutscher und die Diener tot und zogen dann die kleine Gerda aus dem Wagen.

“Sie ist fett, sie ist niedlich, sie ist mit Mußkernen gefüttert!” sagte das alte Räuberweib, das einen langen struppigen Bart und Augenbrauen hatte, die ihm über die Augen herabhingen.

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