Herbst
Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.
Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!
Nebel hat den Wald verschlungen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.
Nur noch einmal bricht die Sonne
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.
Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Liegt ein ferner Frühlingstag.
Theodor Storm
(1817 – 1888)
(1817 – 1888)

3. November 2008 um 17:48
Was für ein schönes Gedicht – und ein noch wunderschöneres Foto! Klasse, dass Du jeztzt auch bloggst, freu mich auf Deine Beiträge! Und „Rezitante“ ist einfach klasse!
4. November 2008 um 10:00
Ja Patricia, Ihr habt mich angesteckt, bloggen hat was…
Hier kann ich Themen unterbringen, die im Märchenzauber und auf der Homepage nicht so passen. Schöne Gedichte zum Beispiel und meine Fotos
11. November 2008 um 23:29
Tolles Gedicht, tolle Seite… Weiter so
LG Campori
12. November 2008 um 11:25
Tolle Seite… nun, nicht toller als Deine Campori
Würde mich gern mit Dir über Deine Gedichte unterhalten, vorerst allgemein, deshalb scheint mir das als Kommentar zu einem einzelnem Gedicht nicht angebracht…
Vielleicht, wenn Du einen allgemeinen Beitrag im Sinne „Über mich“ aufmachst und schreibst, seit wann Du und warum Gedichte schreibst… gefällt mir, was Du machst – aber macht mich auch traurig.
Bin ja nicht aus deiner Generation, sollte das im Raprhythmus gelesen werden? Ich suche nach jemanden, der mir zum rappen was erzählen kann…
12. November 2008 um 15:50
Wunderschöne Kombination. Theodor Storm hat immer so eine tolle Bildsprache.
Vielen Dank,
Inka
http://de.poezio.com/user/583/
12. November 2008 um 19:06
Freut mich von Menschen zu lesen, die den Storm auch so schätzen wie ich.
Hast eine interessante Seite, Inka – lese ich gern wieder rein